Search Plus: Wenn Welten aufeinander prallen.

Marketing Strategie Plan Social Media Integration Das Google+ Projekt

Über 6.680.000 Ergebnisse ergibt die Suche nach “Search Plus Your World” auf google.com und ist damit ein heiß diskutiertes Thema in der Online-Welt. In der Tat ist die Integration von Google+ in die Google-Suche die «radikalste Umwandlung aller Zeiten» und damit eine «sehr große Sache». Aber hier prallen Welten aufeinander. Da stehen auf der einen Seite die «Puristen», für die das einem Sakrileg nahekommt. Auf der anderen Seite jene, die das Ganze eher pragmatisch sehen. Wer hat nun recht?

Was steckt dahinter, dass Google Search u. a. die Daten aus Google+ Profilen und Business Seiten per­so­na­lisiert? Warum geht Google das Risiko ein, sein «Kerngeschäft», die weitgehend «neutrale» Suche nach relevanten In­hal­ten im gesamten öffent­li­chen Web zu verlassen und nimmt den Aufschrei vieler Kom­men­tatoren in Kauf? In einem älteren Post hatte ich die Strategie, die der Such­ma­schi­nenriese mit Google+ verfolgt, umrissen: «Es geht um die Daten, Dummkopf».

Starkes Signal an Facebook und Twitter

Der mit «Search, plus Your World» komplett überarbeitete Algorithmus bezieht nun auch persönliche und private Daten und Informationen aus den Google+ Profilen der Suchenden mit ein. Das funktioniert bisher nur mit der englischsprachigen Suche, wer jedoch auch bei google.com ein englischsprachiges Konto hat, kann die Auswirkungen auf die Sucher­geb­nisse schon heute testen.

Die Neugestaltung der Suche ist ein starkes Signal an Twitter und Facebook: Google nimmt den Kampf um soziale Daten auf und überlässt das Feld nicht den beiden Platzhirschen Facebook und Twitter. Twitter hat dann auch prompt reagiert und warf Google vor, die immer aktuellen Daten von Twitter außen vor zu lassen und damit die Suche zu verschlechtern. Allerdings hat Twitter mit diesem Argument ein stumpfes Schwert gezogen: Nach einer Aussage auf der Google+ Page von Google hat die Microblogging-Plattform sich selbst dafür entschieden, den Vertrag für den Zugriff auf die Firehose mit Google nicht zu verlängern. Facebook hat sich nach meiner Kenntnis bisher nicht offiziell geäußert.

Eric Schmidt bietet Twitter und Facebook Gespräche an.

Aus der neuen Position der Stärke hat der ehemalige Google-Chef Eric Schmidt sich zu Wort gemeldet und sich indirekt an Facebook und Twitter gewandt. Schmidt ist aktuell Mitglied im Aufsichtsrat von Google und soll sich vor allem um die Beziehungen zu Geschäftspartnern kümmern.

Diese Rolle nimmt er nun auch in diesem Fall ein und will die aufkommenden Social Network Wars gleich im Keim ersticken. Google wolle die Daten von Google+ nicht bevorzugen und würde sich über Gespräche mit Twitter und Facebook freuen, erklärte er am Rande der CES 2012 in Las Vegas.

Google riskiert Einnahmeverluste bei Adwords, um Unternehmen auf G+ zu locken.

Die Integration der Google+ Profile in die neue Suche hat weitgehende Auswirkungen für Unternehmen. Konnten sie bisher auf die Einrichtung von Unternehmens-Accounts auf Google+ verzichten, kommt in Zukunft wohl kein Unternehmen daran vorbei, wenn es beim Suchmaschinen-Marketing nicht an den Rand gedrängt werden will. Grund dafür ist die prominente Platzierung der Google+ Profile in den Google-SERP. Ich möchte hier nicht die Relevanz der personalisierten Suchergebnisse diskutieren, sondern an einem Beispiel zeigen, warum Unternehmen Google+ in Zukunft nicht länger ignorieren sollten und können. Über meinen Account auf google.com habe ich nach «shopping» gesucht und das folgende Ergebnis erhalten:

Marketing Strategie Plan Social Media Integration Das Google+ Projekt

Unternehmen mit einem Profil auf Google+ werden an hervorragender Stelle und mit ihrem Profilbild (in der Regel das Firmenlogo) ausgeworfen und drängen die Adwords-Anzeigen völlig an den Rand. Auch die über den organischen Ergebnissen angezeigten «gesponserten» Ergebnisse sind dagegen eher unauffällig. Ich möchte das am Beispiel Amazon zeigen: Vergleichen Sie die Platzierung des Google+ Profils (prominent) mit den «organischen» Treffern (Amazon auf Platz 5) und Ihnen ist sofort klar, warum Sie mit der Einrichtung einer Unternehmensseite auf Google+ nicht länger warten sollten.

Dauerhaftes Opt-Out vorgesehen.

Es könnte sein, das der Versuch, das Potenzial der beiden Bereiche «Google Search» und «Google+» zu maximieren, für Google schlecht ausgeht, weil Google damit seinen Markenkern «Suchwerkzeug» verletzt, so Alexis Madrigal in The Atlantic. Um dem weitgehend zu begegnen, sieht Google nicht nur das Umschalten der personalisierten Suche auf die «normale» Suche über vor, sondern erlaubt auch das vollstendige Abschalten der personalisierten Suche.

Marketing Strategie Plan Social Media Integration Das Google+ Projekt
Marketing Strategie Plan Social Media Integration Das Google+ Projekt

 

Weiterführende Links:
Strategy Web, The Social Google: Google Search and Google+ unite
neunetz.com, Google+-Integration in Suche ist der Aufbau von Verhandlungsmasse gegenüber Facebook, Twitter
SEW, Twitter: Google Search Plus Your World Bad for Web Users
SEW, Google Launches Search Plus Your World
IW, Google Plus gilt als erster Gegenentwurf zu Facebook – doch es steckt mehr dahinter
myseosolution, Auswirkungen der “Search, plus Your World”-Super-Personalisierung: Next Generation of Search
sproutinsights, Google Socializes Search With Google+ Integration
TechChrunch, Twitter Really, Really Hates Google’s New Google+ Integration
Mashable, Google Merges Search and Google+ Into Social Media Juggernaut
googleplusinside, Nach diesen SEO Prinzipien ranked die neue Google Suche
search engine land, Google’s Results Get More Personal With “Search Plus Your World”
t3n, Social Network Wars: Google will mit Twitter und Facebook verhandeln

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