E-Mail und Social Media sind wie Batman und Robin

Der rasante Aufstieg der Social Media in den letzten Jahren gab den Marketiers spannende neue Tools für die Kom­mu­ni­ka­tion mit Kunden und Inte­res­sen­ten an die Hand. Plötzlich galten etablierten Kanäle wie E-Mail und Newsletter als altmodische One-Way-Kanäle. Soziale Netzwerke wie Facebook, LinkedIn und Twitter boten mit der Möglichkeit zur Zwei-Wege-Kom­mu­ni­ka­tion die scheinbar bessere Alter­native.

Allerdings werden die besseren Mög­lich­kei­ten vielfach leichtfertig verspielt. Die Mehrzahl der Unternehmen nutzen Social Media wie traditionelle Kanäle: Als Einbahnstraße. Ein echter Dialog mit Kunden und Interessenten findet nicht statt, der durch die Integration der diversen Medien mögliche Synergie-Effekt verpufft wirkungslos.

 

E-Mail ist nach wie vor das Rückgrat im digitalen Dialog mit den Konsumenten.

Das Marketing-Unternehmen eCircle hatte bereits 2010 eine Studie zu Social Media und E-Mail in Deutschland vorgelegt. Ein zentrales Ergebnis dieser Studie war:

Über ein Drittel der Internetnutzer (36%) können nur über Newsletter erreicht werden. Zudem werden nahezu alle 15% der Fans und Follower von Unternehmensprofilen auch per Newsletter erreicht. Unternehmen müssen daher in der Lage sein, Nachrichten kanalübergreifend zu koordinieren.

Bei einer Umfrage zum Weihnachtsgeschäft 2012 unter Marketing-Experten im Vereinigten Königreich, Frankreich und Deutschland äußerten 40% der befragten Experten, dass E-Mail “sehr wichtig” für die Generierung zusätzlicher Umsätze während der Weihnachtszeit war. Im Gegensatz dazu wurde Social Media mit 21% hinter SEO und SEM (jeweils 33%) nur an vierter Stelle genannt.

 

Mobile verleiht E-Mail zusätzliche Performance.


Top Ten der Smartphone Nutzung in Europa

Quelle: comScore. Mit Klick auf die Grafik zum Original

Mittlerweile sind über 3/4 der Bundesbürger (53,4 Mio.) im World Wide Web unterwegs, Tendenz steigend.

Dabei hat sich die mobile Internetnutzung in den letzten drei Jahren mehr als verdoppelt (2009: 11%; 2012: 23%). Mobile Endgeräte wie Tablets und Smartphones ersetzen den stationären Zugang jedoch nicht, sondern führen zu intensiverer Internet-Nutzung.

Bei der mobilen Nutzung steht die Kom­mu­ni­kat­ion im Vordergrund. Zu diesen Er­geb­nis­sen kommt comScore in einer Studie: Bei den 131,5 Millionen Smartphone-Nutzern in den EU5 Staaten (Spanien, Italien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland) steht das Senden und Empfangen von E-Mails (geschäftlich oder privat) an erster Stelle bei der Nutzung. Insgesamt belegen die Communication Services (E-Mail, Social Networking, Instant Messaging) 3 Plätze unter den Top 5 Smartphone-Nutzungsarten in Europa 5.

 

Social Media-Nutzer checken ihre E-Mail mehr als vier mal pro Tag

Die E-Mail ist mobil
Bildquelle: Monetate.com

E-Mail leisten einen fast doppelt so hohen Beitrag zum Umsatz wie die Suchmaschinen. Gegenüber Social Media liegt die Konversionsrate sogar um das Siebenfache höher (Monetate, 2012).

Eine Umfrage von Merkle (“View From the Digital Inbox 2011“) zeigt, dass 42% der Social Media-Nutzer ihre E-Mail mehr als vier mal pro Tag checken, gegenüber gerade 24% der Nicht-Nutzer von Social Media. Darüber hinaus können Social Media-Nutzer die Inhalte Ihrer E-Mails oder Newsletter innerhalb ihrer persönlichen Netzwerke teilen, was Ihren Mailing-Kampagnen zusätzliche Reichweite verleit. Das Hinzufügen von “Social Sharing” Buttons in Ihre E-Mails/Newsletter erhöht die Reichweite um satte 24 % (Umfrage von Silverpop). Also: Wer sein E-Mail-Marketing einstellt und nur auf Social Media setzt, geht ganz sicher den falschen Weg. Die E-Mail ist lebendig wie eh und je und kann mithilfe von Social Features ihre Aktivitäten in Szialen Medien befruchten und umgekehrt. Die Frage ist, was genau müssen die Marketing-Verantwortlichen beachten?

 

E-Mail und Social Media sind wie Batman und Robin

Während in den sozialen Medien vorrangig um Aufmerksamkeit und Interesse gebuhlt wird, können mit Newslettern Dienstleistungen oder Produkte besser an den Mann gebracht werden. Beide Kanäle erfüllen also unterschiedliche Aufgaben und können sich – in der richtigen Kombination – nahezu perfekt ergänzen.

Email and social media marketing go together like Batman and Robin. They both can be effective on their own; however, when combined, their (super) powers can save the city and exceed your marketing goals.

White Iron Data

 

Nach einer Umfrage von marketingsherpa.com sagten 75% der Social Media-Nutzer, dass E-Mail der beste Weg für Marken ist, um mit ihnen zu kommunizieren. Zögern Sie also nicht und

  • Konvertieren Sie die E-Mail-Adressen Ihrer Facebook-Fans
  • Nehmen Sie Ihre Twitter-Follower in Ihren E-Mail-Verteiler auf.
  • Importieren Sie die Adressen Ihrer LinkedIn- oder Xing-Kontakte

 

Welche Netzwerke nutzt Ihre Zielgruppe?

Social Media Marketing
Infografik Quelle: Business Insider

Bevor Sie E-Mail in Ihre Social Media-Strategie integrieren, sollten Sie feststellen, welche Netzwerke zu Ihrem Produkt/Ihrer Marke passen. Social Media weist eine enorme Spannweite auf. Neben den »Big 4« (ich zähle Google+ inzwischen hinzu) gibt es etliche Nischenprodukte: Social-Bookmarking-Sites wie Digg, branchenspezifischen Online-Communities und location-based Services wie Foursquare.

Nicht jedes Unternehmen wird seine Kunden oder Interessenten in großer Anzahl in allen Netzwerken wiederfinden. Richten Sie deshalb Ihre Marketing-­Strategie zunächst auf die Netzwerke aus, in denen Ihre Kunden und In­te­res­sen­ten wahrscheinlich zu finden sind. Das sind heute immer noch Facebook, Twitter und LinkedIn. Bezogen auf den deutschen Sprachraum ist auch Xing zu berück­sicht­igen: Derzeit ist Social Media Marketing von den »Big 3 (+2)« dominiert.

Der Social Media Examiner gibt einige Empfehlungen, wie E-Mail und Social Media integriert werden können. Hier die Tipps, die Sie ausführlich und mit Praxis-Beispielen hier lesen können.

  1. Binden Sie Social Share-Buttons in Ihre E-Mails ein.
  2. Bitten Sie Ihre Abonnenten explizit die E-Mail/ den Newsletter zu teilen.
  3. Starten Sie dezidierte E-Mail-Kampagnen zu allen Ihren Social-Accounts.
  4. Geben Sie Anreize, damit Ihre Abonnenten Freunde einladen, Ihnen in Sozialen Netzwerken zu folgen.
  5. Fordern Sie Ihre Follower auf, Ihr Newsletter zu abonnieren.
  6. Binden Sie “Dies Twittern”-Snippets in Ihre Mails/Newsletter ein.
  7. Binden Sie ein E-Mail-Anmeldeformular auf Facebook ein.
  8. Nutzen Sie andere Möglichkeiten wie SMS.
  9. Werben Sie auf Ihrem Blog um neue E-Mail-Abonnenten

 

Quellen und weitergehende Links:
comScore: Email is Top Usage Category for EU5 Smartphone Audience
ReturnPath: [Infografik] Die E-Mail ist mobil, Dezember 2012
EMailMarketingBlog: [Studie] Mobile E-Mail-Nutzung übersteigt Webmail-Nutzung
comScore: Email-Nutzung in Europa steigt um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr
eCommerceMagazin: Studie „Mobile E-Mail Marketing 2012″ zeigt Nutzungspräferenzen
ishp: Social Media Mythen Teil 3: EMail-Nutzung ist Out ?
Social Media Examiner: Intergation Social Media E-Mail
Hubspot: The Definitive Guide to Integrating Social Media and Email Marketing
t3n: E-Mails effizient bearbeiten
Absolit: Studie Online-Marketing-Trends 2012
Online Marketing.de: Marketing Trends für 2013: Mobile + E-Mail

 

 

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Bilder: eCircle, comScore

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