Facebook & Co – Unterwegs sind meist die Hingucker

Facebook gegen Clickbaiting

»Facebook stirbt« oder »Facebookdämmerung« titeln die PR-ler vom Faktenkontor zwei Pressemeldungen vom Dezember 2014 und vom Januar 2016. Es scheint ein schwerer Tod des blauen Riesen zu sein, ein langsames Dahinsiechen. Oder ist dort eher der Wunsch der Vater der via Pressemitteilung verbreiteter Gedanken?

Wie dem auch sei. Facebook scheint — wie auch andere soziale Medien — an die Sättigungsgrenze zu stoßen. Kaum verwunderlich, wird doch die Zunahme der Nutzerzahlen am besten durch Logistisches Wachstum beschrieben. Auch deshalb sieht sich Facebook — wenn auch wenig erfolgreich — nach neuen Märkten um. Und dass Nutzer wegen diverser Datenschutzprobleme und anderer Skandälchen abspringen, ist auch unbestritten. 87 Prozent der Social-Media-Nutzer in Deutschland sind laut einer Studie von Faktenkontor auf Facebook unterwegs, das sind sechs Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Viel kritischer für Facebook ist wohl die Tatsache, dass nur 34 Prozent der deutschen Nutzer das Netzwerk aktiv nutzen (Verfassen von Beiträgen und Kommentaren, Bilder oder Videos einstellen). Und das gilt auch global: Bei den mehr als 1,5 Milliarden aktiven Nutzern des blauen Riesen tritt das Einstellen eigener Status-Updates immer mehr in den Hintergrund. So eine Untersuchung des GlobalWebIndex mit 170.000 Nutzern aus 32 Ländern. Das Teilen, Konsumieren und Kommentieren externer Inhalte nimmt hingegen zu.

Das immer weniger eigene Inhalte gepostet werden, könnte für Facebook zum Problem werden. in einem schon 2009 veröffentlichten Papier wiesen die Autoren darauf hin, dass es “lebenswichtig” für ein soziales Netzwerk ist, das die Nutzer eigene Inhalte beitragen. Diese Einschätzung teilt laut Wall Street Journal auch Jason Mander, Leiter der Entwicklung beim GlobalWebindex: Wenn immer weniger Nutze Inhalte beitragen, “könnte Facebook ziemlich öde und langweilig werden. “

Infografik: Passiv im sozialen Netz | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Das Social-Media-Angebote eher passiv genutzt werden ist aber keine Facebook-Spezialität. Ähnliches lässt sich für fast alle in der Studie betrachteten Webseiten beziehungsweise Apps feststellen. YouTube etwa wird zwar von insgesamt 88 Prozent genutzt, aber nur 14 Prozent betreiben eigene Accounts oder kommentieren unter Videos.

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