StumbleUpon vor Facebook: Eine Trafficmaschine dreht auf.

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Heute muss ich »die Hose herunterlassen«. Regelmäßige Leser des Blog wissen, dass ich dem »Klout-Score« doch einiger­maßen kritisch gegenüberstehe. Dennoch habe ich mich von Klout dazu ver­füh­ren lassen, beim letzten ReDesign des Blog vor einiger Zeit »tumblr« in meine »Follow me on« -Leiste einzubinden. Gleichzeitig habe ich alle meine Blog-Artikel auf »tumblr« als Cross­posting eingestellt.

Jeder Blogger sieht sich (hoffentlich) seine »Webstatistik« an. Nach Wochen der Beob­ach­tung stellte ich fest, dass der von »tumblr« er­zeug­te Traffic faktisch eine Null-Linie darstellt, sich »StumbleUpon« aber regel­mäßig unter den Top Ten der Web­seiten wieder­fand, von der meine Besucher kamen, und sich so neben Twitter, Facebook und LinkedIn als wahre »Trafficmaschine« erwies. Für mich eine Überraschung. Nutze ich »StumbleUpon« doch noch nicht sehr lange und auch nicht sehr »professionell«.

StumbleUpon verdoppelt die Nutzerzahlen in den letzten 16 Monaten.

StumbleUpon ist ein auf der Basis der sozialen Netzdienste aufgebauter Recherchedienst, bei dem Teilnehmern entsprechend ihrer Interessen Webseiten vorgeschlagen werden, die sie beurteilen können. StumbleUpon ist ein reines Entdeckungungs-Tool für die User und kann somit nicht mit Facebook gleichgestellt werden. Die User benutzen das Tool nicht um dort ihre Kontakte zu pflegen, sondern um durchs Web zu »stolpern«. Im eng­lisch­spra­chi­gen Raum ist StumbleUpon sehr verbreitet und in Deutschland mittlerweile auch im Kommen. Seit Juni 2010 haben sich »Stumbles« Nutzerzahlen verdoppelt und zählen nun 20 Mio Nutzer weltweit.
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»Stumble«-Traffic liegt in den USA bereits vor Facebook.

In den USA wird mittlerweile mehr als die Hälfte des von Social-Media-Plattformen zu Websites geleiteten Traffics von StumbleUpon generiert. Der Service löst damit Facebook als wichtigsten Besucherlieferanten ab – auch wenn ein wenig Vorsicht geboten ist, da derartige Statistiken aufgrund einer Vielzahl von Einflussgrößen fehlerbehaftet sein können. Aber auch Blogger berichten anhand ihrer eigenen Analyse über diesen Effekt, beispielsweise SocialMouths. Hier eine Statistik mit aktuellen Zahlen zum Traffic in den USA.
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Auch außerhalb der USA legt StumbleUpon zu.

Weltweit und europaweit ist Facebook immer noch auf Platz eins (siehe untere Grafik). Dennoch sieht man auch auf dieser Grafik Tendenzen, die das gleiche postulieren, wie im US Markt. Für dieses Blog habe ich die Verweise für den Monat September analysiert. Die Zahlen für September zeigen folgendes Bild: 27% des Traffics kam von Such­ma­schinen, 45% von Websites, der Rest durch Backlinks, direkte Zugriffe und ähnlichen Verweise. Die Verweis-Websites teilen sich so auf (Zahlen gerundet):

  1. Twitter & Twitter-Clients: 40,0%
  2. Facebook: 24,2%
  3. LinkedIn: 13,3%
  4. Google+: 8,3%
  5. StumbleUpon: 6,7%
  6. Andere zusammen: 34,2%

Damit liegen diese Zahlen für das Verhältnis StumbleUpon / Facebook mit 1/3,6 knapp unter dem weltweiten Durchschnitt (StumbleUpon / Facebook = 1/3).
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In Deutschland ist StumbleUpon weit abgeschlagen.

Unten sind die Zahlen für Europa dargestellt. Es zeigt sich, dass StumbleUpon hier eine deutlich schwächere Performance zeigt, als in den USA oder auch weltweit. Eine Ausnahme ist Großbritannien. Dass englischsprachige Länder vorne liegen, mag an den fehlenden Sprachanpassungen liegen.
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Dennoch ist festellbar, dass die Besucherzahlen steigen, und mit ihnen auch die Attraktivität der Plattform für Werbekunden: »Paid Discovery« heißt ein integriertes Kampagnenmodul, mit dessen Hilfe sich Unternehmen und Marken eine auf unterschiedliche Weise steuerbare Platzierung im Entdeckungsstream der Nutzer kaufen können. Die auf diese Weise präsentierten Sites können von Nutzern ganz normal bewertet oder für die Zukunft blockiert werden.

Was bedeutet das für Ihr Blog oder Ihre Website? Wie können Sie StumbleUpon nutzen, um von dieser »Traffic-Maschine« zu profitieren?

Einige Hinweise für Ihren Nutzung von »StumbleUpon«.

Zunächst müssen Sie natürlich ein Konto einrichten und Ihr Profil anlegen. »Stumblen« heißt, Websites und Blogposts auf StumbleUpon zu verlinken, über die Sie bei Ihren »Streifzügen« im Netz »stolpern« und so wertvoll finden, dass Sie diese Inhalte mit anderen teilen wollen. Sie können natürlich auch eigene Inhalte »Stumblen«. Es wird jedoch allgemein empfohlen, ein Verhältnis von etwa 1 zu 10 von eigenen zu fremden Inhalten einzuhalten. Als neuer Benutzer sollten Sie StumbleUpon einfach in Ihre täglichen Internet-Aktivitäten integrieren – z. B. so, dass Sie jede Website, die Sie interessant finden, »Stumblen«. Dies wird das Vertrauen in Sie und Ihre Reputation langsam aufbauen.

Wenn Sie über interessante Inhalte stolpern, nehmen Sie sich die Zeit, einen aussagefähigen Titel und eine Beschreibung für die Inhalte zu schreiben, um andere User zum Klick zu animieren. Allgemeine vage Titel und Beschreibungen sind nicht hilfreich für andere Benutzer.

Leben Sie den Netzwerkgedanken auch auf StumbleUpon. Nehmen Sie sich etwas Zeit, um andere Mitglieder der StumbleUpon-Community kennenzulernen und vernetzen Sie sich. Ihr Einfluss bei StumbleUpon wächst, je mehr Sie wirklich »Netzwerken«. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn Ihr Netzwerk nur langsam wächst. StumbleUpon steht bei uns eben erst am Anfang.

Update: Natürlich habe ich »tumblr« inzwischen durch den »Follow me on StumbleUpon-Button« ersetzt und einen »StumbleUpon-Submit-Button« in meine SocialShare-Leiste eingebunden. Übrigens gibt es für viele Browser eine Extension.

Links zum Thema:
Netzwertig: Im Schatten der Webgiganten
CM: 7 Tips for StumbleUpon Success
The Feed: Tips for Stumbleupon Success
WebMaster success: 6 Tips To Get Maximum Traffic From StumbleUpon
Success Online: How to use StumbleUpon to get loads of Traffic

 

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2 Kommentare

  1. Vielen Dank. Ein gut geschriebener und informativer Beitrag. StumbleUpon muss man wohl im Auge behalten. Viellelicht kannst du ja mal beschreiben, wie du beim Stumblen deiner Blog-Posts vorgehst.

    • Herbert Peck

      Hallo Sean, ich danke. Meine Posts beginnen ja oft mit einer kleinen Geschichte, die zum Thema hinführt. Dieser ‘Teaser’ eignet sich wenig für ein ‘Ein-Klick-Verlinken’. Deshalb gehe ich so vor: Aus dem Text extrahiere ich einen kurzen, Interesse weckenden Text (den ich auch bei LinkedIn, Xing und Facebook verwende). Dann »Stumble« ich den Artikel mit dem Submit-Button oder alternativ über AddThis oder Shareaholic. Gebe eine aussagekräftige Headline ein (sofern der Blogtitel das nicht repräsentirt), Tagge den Eintrag und gebe den Extrakt als Review ein. Sprache einstellen, fertig. Wenn ich weiß, dass dieser Eintrag einen oder mehrere meiner Kontakte besonders interessiert, bekommt er eine Nachricht über StumbleUpon.

      Anfänglich habe ich fast nur meine Posts eingestellt, inzwischen bemühe ich mich, um ein vernünftiges Verhältnis: Ein eigener Post/Tag und 5 bis 8 fremde Posts/Tag.

      Ich hoffe, es hilft. Viele Grüße
      Herbert

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