Social Media in den USA: Kein Grund neidisch zu sein!

Social Blogging Wie Social Media Teams strukturiert sind.

Mitunter blicken die Social Medians hier im Lande neidisch über den großen Teich. Die USA scheinen für viele das Social Media Wonderland oder das Web 2.0-Pradies zu sein. Aber: Nur kein Neid, auch dort ist nicht alles Gold, was glänzt.

Social Media revolutioniert die Unter­neh­mens­kommuni­kation, sagt man. Oder kann sie zumin­dest revo­lutio­nieren. Die Re­vo­lu­tion fällt jedoch aus, sobald Unter­neh­men nicht bereit sind, dafür zusätzliche Res­sour­cen zu schaffen. Das kommt Ihnen bekannt vor? Dann sind Sie nicht allein, wie eine Umfrage zur Strukturierung der Social Media Teams in den USA von GlobeNewswire festgestellt hat. Das White Paper mit den Ergeb­nissen zeigt auf, dass auch die Unter­neh­men in den USA eher zurückhaltend bei der Bereitstellung von Ressourcen für Social Media und reine Social Media Teams die Ausnahme sind.

Rund 65 Prozent der Unternehmen schlagen Social Media anderen Aufgabenbereichen zu, nur 27 Prozent haben jemanden, der sich ausschließlich auf Social Media kon­zen­triert. Befragt wurden Kommunikationsverantwortliche, Marketiers, PR-Profis und andere Verantwortliche für die Social Media Aktivitäten.

They’re doing events, they’re putting out newsletters, they’re writing press releases, and now they’re handed this task of overseeing Twitter accounts, Facebook and Pinterest pages,

sagt Mark Ragan, CEO von Ragan Communications über deren Aufgaben. Ein 18-seitiges Whitepaper zeigt die Ergebnisse der Befragung von mehr als 2.700 Social Media Verantwortlichen. Hier sind einige der «Major Findings» aus der Befragung:

«Ich bin eine One-Woman Show, ich mache alles.»

  • 65% der Befragten bearbeiten das Thema “Social Media” zusätzlich zu ihren sonstigen Aufgaben. Von denen, die Social Media exklusiv managen, arbeiten fast 83% in Teams mit drei Personen oder weniger. «I’m a one-woman show, so I do everything. But no one does my social media for me», sagt eine der Befragten.
  • In etwas mehr als 70% der Unternehmen mischt das Marketing bei Social Media mit, bei 69% die PR-Abteilung. “Corporate Communications” ist mit 49% beteiligt.
  • Facebook ist mit Abstand die beliebteste Plattform (91%), dicht gefolgt von Twitter (88%) und LinkedIn (69%). Google+ wird von 33% der Unternehmen eingesetzt.

«Wir sind nicht sicher, was wir messen sollen.»

  • Social Blogging Wie Social Media Teams strukturiert sind.

    Für die überwiegende Mehrheit ist Social Media mehr oder weniger Neuland. Nur 13% bezeichnen ihre Aktivitäten als weit fortgeschritten. Etwas mehr als die Hälfte stimmt der Aussage «We keep our heads above water, but not by much» zu. 23% bezeichnen sich selbst als “Neulinge”.

  • Da wundert es nicht, dass 69% unzufrieden oder nur einigermaßen zufrieden mit der Art sind, wie sie Social Media monitoren. Nur 31% sind zufrieden oder sehr zufrieden. Oft ist zu hören «Uns fehlt die Zeit» oder «Wir sind nicht sicher, was wir messen sollen.»

«Wir sollten auch den Wettbewerb beobachten, verfügen aber nicht über die Zeit.»

  • 86% messen Erfolg über die Anzahl der Interaktionen (Fans, Likes, Followers etc.), 74% über Web Traffic und erstaunliche 56% geben “Reputation der Marke” als Messgröße an..
  • Insgesamt 86% verfolgen die Gespräche über das eigene Unternehmen, Branchennews monitoren 77% der Unternehmen. Die Aktivitäten der Wettbewerber verfolgen immerhin 57%. Häufig wurde gesagt «We should be monitoring the competition but don’t have the time.»

Die USA sind nicht das viel beschworene “Social Media Wonderland”.

Es ist augenscheinlich, dass auch viele amerikanische Unternehmen sich noch schwer tun, Social Media mit eigenständigen Verantwortlichkeiten in ihr Unternehmen zu integrieren. Zwar sind verschiedene Einzelwerte beeindruckend, doch die Widersprüche sind nicht zu übersehen. So bezeichnen sich nur 13% als weit fortgeschritten im Social Media Man­age­ment und 23% als Newbies. Der Rest «hält den Kopf gerade über Wasser».

Da überrascht es dann doch, dass fast 60% der Befragten die Unternehmens-Reputation messen wollen. Zumal die eingesetzten Tools eher haus­backen sind: «Some of those surveyed mentioned proprietary tools, among them the respondent who uses “some homemade French tools.”» Auch die Interpretation der Daten erscheint schwierig. «Ich glaube, dass es nur sehr wenige Daten in der Social Media Welt gibt, die un­vor­ein­genom­men und transparent sind.» wird ein Teilnehmer zitiert. Unter dem Strich bleibt die Erkenntnis, das die Social-Media-Landschaft in den USA nicht das viel beschworene “Social Media Wonderland” ist.

 

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Weitergehende Links:
White Paper Benchmarks How Social Media Teams Are Structured
Studie: Social Media Team

Bildquellen: ishp Consulting, Ragan/NASDAQ OMX

1 Kommentare

  1. Das Erstaunliche ist, dass wir alles für die Kunden machen wollen – nur nicht mit Ihnen sprechen. Doch einer der entscheidendsten Faktoren für den Unternehmenserfolg ist exakt zu wissen, wie Kunden denken. Social Media muss professionell und intensiv betrieben werden, damit es etwas bringt. Social Media-Einsatz benötigt ein Konzept, Personal und ein Budget. Sonst ist es Kaffee-Klatsch.

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