Ist die Corporate Website heute veraltet?

Marketing Strategie Plan Social Media Integration Corporate Website

Ist die Corporate Website eigentlich überflüssig? Wenn Sie einen Blick auf die Seite des in den USA beliebten Crackers Wheat Thins werfen, könnten Sie auf diese Idee kommen. Zentrales Element auf dieser Seite ist eine Eingabzeile, um einen Tweet abzusetzen. Dazu kommen Social Follow Buttons für Facebook, Twitter und Youtube.

Auch ein Video verweist nicht, wie erwartet auf eine Website, sondern promoted den Twitter-Account @wheatthins. Ein einfacher Hinweis? Oder steckt mehr dahinter?

Sind Corporate Websites heute obsolet?

Wheat Thins setzt offenbar voll auf die Sozialen Netzwerke und hier auf die drei Säulen Facebook, Twitter und Youtube. Ist dies ein Modell, das zeigt, dass statische Corporate Websites in der Ära von Social Media obsolet sind?

Für Produkte oder Dienstleistungen, die so wenig er­klä­rungs­be­dürf­tig sind wie diese Snacks, gilt das möglicherweise. Obwohl auch Wheat Thins nicht ganz ohne Website auskommt, zum Beispiel zur Angabe der Nährwerte.

Das gilt sicher nicht für Unternehmen, die komplexere Produkte oder Dienstleistungen anbieten als Wheat Thins mundgerechte Snacks. Dennoch ist festzustellen, dass immer mehr – auch kleinere Unternehmen – dazu übergehen, den Schwerpunkt Ihrer Online-Aktivitäten auf die sozialen Netzwerke zu legen. Die Frage ist nur, ob das die richtige Strategie ist.

Unterschiedliche Strategien für starke Marken und kleine/mittlere Unternehmen.

An dieser Stelle hatte ich vor einiger Zeit dargelegt, warum Corporate Websites/Blogs für viele Unternehmen unverzichtbar sind und es die falsche Strategie sein könnte, voll auf soziale Netzwerke, und das heißt ja heute auf Facebook, zu setzen. Kürzlich hat auch Markus Neubert einen lesenswerten Artikel zu diesem Thema geschrieben.

Blogs werden heute im Vergleich zu Social Networking Sites oft als eine bedeutende Quelle der Online-Buzz übersehen, doch das Interesse der Verbraucher an Blogs wächst weiter. NM Incite hat festgestellt, dass die Anzahl von Blogs in den letzten Jahren weltweit gewachsen ist.

Ende 2011 zählte NM Incite über 181 Millionen Blogs weltweit, gegenüber 36 Mio. nur fünf Jahre zuvor im Jahre 2006. Dabei wurden nur solche Blogs erfasst, die auf Plattformen wie Blogger oder Tumblr betrieben werden. Die wirkliche Anzahl aller Blogs liegt mit Sicherheit deutlich höher, da es nach eMarketer allein in den USA 122,6 Mio Blog-Leser gibt. Dies entspricht einem Anteil von 53,5 Prozent der Internet-Nutzer.

Wieviele Ihrer Besucher kommen über Suchmaschinen?

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Auf diese Seite kommen im langfristigen Durch­schnitt etwa 40 bis 50 Prozent der Besucher über Such­ma­schinen. Obwohl das sicher nicht re­prä­sen­tativ ist, gibt es doch den Trend wieder, der allgemein zu be­ob­ach­ten ist: Untersuchungen zeigen, dass der über­wie­gen­de Teil des Traffic nach wie vor durch Suchmaschinen generiert wird. Die deutlich kleinere Rolle spielen Social Networks.

Fleishman Hillard hat im Report 2012 Digital Influence Index festgestellt, dass fast die Hälfte der Befragten (42 %) einer Marke auf Social Network-Sites (also Facebook) folgen. Das scheint zunächst ein beeindruckender Wert zu sein, der allerdings durch ein anderes Ergebnis relativiert wird: Noch nicht einmal 20 Prozent gaben an, Facebook zu nutzen, um Informationen über eine Marke oder ein Produkt einzuholen. Hingegen nutzen 89 Prozent der Befragten Suchmaschinen, um Kaufentscheidungen zu treffen. Dazu werden mehr als 10 Informationsquellen angesteuert, bevor eine Kaufentscheidung fällt. Sie möchten doch dabei sein, oder?

Wenn Sie dazu noch be­den­ken, dass etwa zwei Drittel der Internet-Nutzer in Deutschland nicht bei einem Sozialen Netzwerk angemeldet sind, können Sie erahnen, wievielen Menschen Sie den Zugang zu Informationen über Ihre Produkte/Dienstleistungen ver­weh­ren, wenn Sie nur auf Social Networks setzen. Fazit: Unternehmen sollten sicherstellen, dass die manchmal mit erheblichem Aufwand online gestellten Inhalte von möglichst vielen Menschen auch gefunden werden können. Dazu gehören Inhalte auf Facebook heute noch nicht, da Facebook dem Marktführer Google (Marktanteil in Deuschland 96%) den Zugriff auf die Inhalte verwehrt.

Schließen möchte ich mit einem Apell an Sie, alle Ihnen zu Verfügung stehenden Möglichkeiten zu nutzen, um Ihre Kunden zu erreichen. Debra Ellis schreibt in ihrem Beitrag Conversation and Conversion:

Traditional and social marketing have been in two distinct camps as if they are adversaries. This is the equivalent of a civil war within the organization. It doesn’t matter who fired the first shot or the last. The channels are different. They complement each other.

 

Weiterführende Links zum Thema:
nmincite, Buzz in the Blogosphere: Millions more bloggers and blog readers
ClickZ, Nielsen Report: Blogs Still on the Rise
Fleishman Hillard, 2012 Digital Influence Index

 

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Bilder: Statista, Outbrain, ishp Consulting, depositphotos.com

1 Kommentare

  1. Sehr interessanter Artikel mit einer Fragestellung, die in der täglichen Arbeit immer wieder auftaucht – und ich in ähnlicher Weise beantworte. Neben dem wichtigen (wenn nicht wichtigsten) Argument der Erreichbarkeit für die Kunden, finde ich es bedenkenswert sich zu überlegen, wie lange Facebook und Co noch in der heutigen Art und Weise genutzt werden. Als Beispiel führe ich gerne SecondLife an. Im Umfeld der Plattform gab es auch immer wieder die Diskussion Onlineauftritte einzig dort zu konzentrieren, mit dem allseits bekanntem Ende. Somit ist die eigene Homepage auch immer eine Konstante in den vielen neuen und alten Plattformen

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