Google+ für Unternehmen: Langer Atem wird belohnt

Social Blogging Wie Social Media Teams strukturiert sind.

Google baut weiter an seinem Haus und macht seinen letzten großen Wurf, das soziale Netz­werk Google+ — das eigentlich kein soziales Netzwerk sein will — zum Fundament des Hauses.

«Google+ ist Google», gibt The Wall Street Journal eine Aussage des Google Vice President Bradley Horowitz wieder. «Es gibt viele Einstiegspunkte für Google+ und die Vernetzung [mit anderen Dien­sten] schreitet täglich voran.»

Die Zeiten, in denen Google Plus als Geisterstadt oder auch als Social Media Friedhof bezeichnet wurde, sind lange vorbei. So kann sich das Netz­werk in den letzten Monaten steigender Nutzer­zah­len erfreuen, die mittlerweile bei — je nach zitierter Quelle und angelegtem Maßstab — bei 250 bis 500 Millionen Nutzern liegen.

Obwohl Facebook — wenn auch langsamer — weiter wächst und das größte soziale Netzwerk im Internet ist, präsentiert sich Google+ immer mehr als Alternative. Der frühere Apple Evangelist Guy Kawasaki zieht sogar Parallelen zwischen Google+ und dem zu seiner Zeit revolutionären Macintosh:

Macintosh was a better computer, and many people didn’t ‘get it.’ Now, Google+ is a better social network, and many people don’t get it, either.

In dieser Absolutheit halte ich diese Aussage für überzogen: G+ ist einfach ein anderes Werkzeug. Eines, dass richtig genutzt viele Vorteile mit sich bringt, die schon häufig beschrieben wurden.

Google meint es ernst mit Google+

In seinem Buch hat Kawasaki die Punkte genannt, die Google+ langfristig den Erfolg garantieren:

  • Googles Erfolgsbilanz ist glänzend. Google hat (wie oft kritisiert) Konkurrenten von seinen angestammten Bereichen erfolgreich fern gehalten.
  • Google meint es richtig ernst mit Google plus und räumt dem «Nicht-Netzwerk» höchste Priorität ein. Google+ ist bereits in fast alle bestehenden Google Produkte integriert. Dazu gehören neben den sozialen Plattformen wie YouTube auch die Suche, Google Mail, die Google Apps, das Project Glass und sogar Android. Google Places ist schon komplett in G+ integriert.
  • Google ist eine Weltmacht im Internet, hat eine gut gefüllte Kriegskasse und in seiner Crew die besten Talente.
  • Google ist gleichbedeutend mit der Suche und beherrscht über 80 % des Suchmaschinenmarktes.
  • Google ist ein Big Player auf dem umkämpften Markt für Geräte und Informationen. Wie Kawasaki ausführt, ist Google+ bereits in die Suchalgorithmen integriert. Samsung und Motorola könnten bald Smartphones herausbringen, auf denen das Netzwerk bereits vorinstalliert ist.

Langer Atem wird belohnt

Sind Sie auf Google+ aktiv und haben Sie in letzter Zeit Ihre Social Referrer angesehen? Wenn ja, haben Sie sicher bemerkt, dass der Anteil von Google+ am Traffic, der von sozialen Plattformen generiert wird, stetig ansteigt. In den letzten Monaten ist G+ regelmäßig unter den Top3 der Social Referrer zu finden. Und da bin ich in guter Gesellschaft.

Steven Shattuck hat die Entwicklung der Slingshot SEO Google+ Seite und des Referral Traffic auf die Website des Unternehmens über ein Jahr analysiert. Der Anstieg der Follower ist zwar beeindruckend, «aber am Ende schmeichelt es nur der Eitelkeit», meint Shattuck. «Was wirklich zählt sind generierter Traffic und Konversion. Im Zeitraum 1. Oktober 2012 bis 23. Januar 2013 ist Google+ die Nr. 1 bei der Konversion, obwohl nur die Nr. 4 beim Traffic.» Was sind die Gründe, wo doch in allen Netzwerken gleich häufig gepostet wird und auch die Zahl der Follower etwa gleich ist? Nach seiner Meinung ist es weniger ein vermehrtes Engagement der Follower auf G+ als vielmehr Facebook’s EdgeRank und die schiere Menge der Tweets, die für das Marketing ein Handicap der beiden Netzwerke gegenüber Google+ darstellen. Zum Abschluss seines Artikels gibt’s noch einen guten Hinweis, dem nichts hinzuzufügen ist:

As with any social network, you’ll only get out of it what you put into it. If you find yourself spending the most time on Facebook and Twitter, consider shifting some of those minutes or hours into Google+. You might be surprised by the results!

 

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Weitergehende Links:
VentureBeat: Why the Google+ long game is brilliant
Google Watch Blog: Google+ wächst fast genau so schnell wie Facebook
Google Watch Blog: Google+ Horowitz bezeichnet Facebook als gescheitert

 

Bild: ishp Consulting, Social Media Today

3 Kommentare

  1. Die zahlen steigen zwar, aber das Problem an Google+ ist, dass viele (mehr oder weniger) gezwungen werden, sich anzumelden, um den Playstore nutzen zu können.

    Das müsste auch ohne gehen. Viele meiner Freunde sind zwar angemeldet, wissen aber gar nicht mehr, unter was für einem Namen sie dort laufen. Also, um die breite Masse anzusprechen, fehlt es noch an einem: “richtige” Fans, die einen echten Mehrwert empfinden.

      • Ich find’s trotzdem merkwürdig, gerade von Google erwartet man etwas geschmeidiges. Diese Anmeldeprozedur ist eigentlich zu plump. Auch wenn man nicht meckern kann, wenn man angemeldet ist und das auch nutzt. Na mal sehen, wohin das geht. Wir dürfen gespannt sein 😉

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